Die Wanderfahrt 2012 – Mecklenburg

 

Wie jedes Jahr machten die Wanderfahrer der Wanderfalken auch in diesem Jahr wieder eine mehrtägige Gepäckfahrt. In diesem Jahr ging es nach Mecklenburg, von Lübz, bekannt für das gleichnamige Bier, 150 km weiter bis nach Lychen in der Uckermark, bekannt für Seen, Wiesen, Wälder und Ruhe.

 

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Die Anfahrt nach Lübz geschah zum Teil mit Auto und Anhänger und zum Teil mit Regionalzügen der Bahn. Die Bahnfahrer hatten dabei den Vorteil, auf der Fahrt schon allerlei zu erleben. Neben einer gesperrten Bahnbrücke hinter Nienburg an der Weser war das vor allem die letzte Etappe der Fahrt bis nach Lübz. Erst flog ein Weißstorch ca. 300m auf gleicher Höhe mit dem Zug mit, dann freute sich der Lokführer, mit der Wandergruppe ins Gespräch zu kommen, konnte schön von seiner Arbeit zu erzählen und zeigte uns den Lokführerstand seines Triebwagens mit der ganzen Technik. So konnten wir auch direkt nach vorn auf die Strecke sehen, wo auch prompt ein Reh mit seinem Kitz auf den Gleisen stand und erst nach Bremsen und Hupen zur Seite ging.


Am ersten Paddeltag fuhren wir dann von Lübz nach Plau am See. Die Strecke war fast vollständig auf der Elde. Diese ist zwar offiziell ein Kanal, sieht aber auf einem großen Teil wie ein natürlicher Flusslauf mit vielen Kurven und starkem Uferbewuchs aus. Der Bau des Kanals war bereits zu Zeiten der Renaissance begonnen worden und orientierte sich aufgrund der damaligen Technik stärker am natürlichen Verlauf der (alten) Elde. Durch einige Schleusen hindurch und hinauf ging es zum Plauer See. Das Warten vor den Schleusen konnten wir Dank kleinerer Schießereien mit Wasserpistolen gut überbrücken, aufgrund der Hitze war eine Abkühlung auch angenehm.


In Plau am See fuhren wir am Nachmittag mitten durch die am Hafen flanierenden Touristen, viele Menschen waren an Land und auf Booten unterwegs und als wir gerade auf den See kamen flog in geringer Höhe ein Seeadler direkt über uns hinweg. Erstaunlich für ein solch eher scheues Tier aufgrund des Trubels am Hafen. Nach einmal über den See paddeln bezogen wir dann am Campingplatz „Wald- und Seeblick“ Quartier. Dort haben Ilse und Ernst vom KGW ihren Wohnwagen zu stehen, sie erwarteten uns schon und konnten uns direkt den Zeltplatz zeigen.

 

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Am nächsten Morgen ging es vom Plauer See über den Petersdorfer, den Malchower, den Fleesen- und den Kölpinsee zur Binnenmüritz nach Waren. Zwischendurch konnten wir an einem schönen Sandstrand bei herrlich blauem Himmel Rast machen, das Wasser lud zum Baden ein. Den zuerst anvisierten Zeltplatz in Waren wollten wir dann aber doch nicht nehmen, da die Wasserwanderplätze oben auf dem Hügel und die Fläche in sich schief und schräg war. Also noch einmal über den See und zum anderen Campingplatz über gesetzt.
Am dritten Tag war dann die Fahrt über die Müritz angesagt. Kaum auf dem großen See angekommen wurden wir schon von der Wasserrettung eingeholt. Diese hatte ein Kamerateam an Bord und dieses wollte vermutlich ein paar Szenen für „Wassernotruf im Einsatz“ drehen. Da wir die einzigen Paddler weit und breit waren, wurden wir natürlich angehalten. Und angehalten immer schön am Ufer zu fahren und Schwimmwesten zu tragen und im Pulk zu fahren. Nach der Belehrung, die von unserer Seite mit viel Humor aufgenommen wurde, konnte es dann weitergehen.


Wir machten aber kurz darauf noch einmal Pause, da direkt über uns ein Seeadler einige Runden drehte. Vermutlich hatten wir mit den Booten auch einige Fische angelockt, die ihn interessierten, allerdings wusste er wohl nicht so richtig, was er von uns zu halten hatte und flog dann weiter Richtung Ufer. Die Strecke über die Müritz, ungefähr 16 km am Stück, konnten wir Dank des hervorragenden Wetters sehr gut fahren. Kaum Wind, glatte See, die einzigen Wellen stammten von Motorbooten und gleichzeitig bedeckter Himmel, so das die Sonne nicht brannte. Besser lässt sich so ein kleines Meer nicht fahren. Durch den Bolter Kanal ging es dann weiter, da wir dort am Wehr umtragen mussten, hatten wir für ein paar Stunden keinerlei Motorboote mehr um uns.

 

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Wir fuhren dann weiter durch einige kleinere, dicht bewachsene Seen mit viel Schilf. Dabei konnten wir direkt hintereinander zwei Milane beim Jagen beobachten. Sie zogen jeweils einige Runden in der Luft, abwärts kreisend, stießen dann kurz aufs Wasser, krallten sich ihre Beute, erhoben ihre Flügel und flogen mit jeweils ca. 20-30 cm langen Fischen von dannen.

 

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Kurz vor Mirow schlugen wir dann abends in der Kanustation Granzow unsere Zelte auf.


Am folgenden Tag paddelten wir von Mirow über den Zotzensee und Vilsee, Schleuse Diemitz, den Labussee (dort gab es beim Fischer frischen Fisch aus dem See), die Schleuse Canow bis zum Ellbogensee. Auf diesen Schleusen wurden wir abwärts geschleust, der Plauer See und die Müritz hatten auf unserer Tour das höchste Wasserniveau. Am Ellbogensee zelteten wir auf dem dortigen Campingplatz, den ein holländisches Ehepaar bewirtschaftet. Diese gehen dabei nach sozialen und ökologischen Gesichtspunkten vor, der Kiosk war daher ein kleiner Bioladen. Abends wurden wir im Restaurant auch sehr lecker biologisch dynamisch bekocht und der Spielplatz lud danach die Jüngeren auch zum Spielen und Albern ein.


Mit dem Wetter hatten wir durchweg Glück, nur Nachts regnete es mal ein wenig, frühmorgens Sonne und ein paar Wolken und ab Mittag klarte es immer auf. So konnten alle die wollten auch regelmäßig früh, mittags, abends baden gehen.
Die fünfte und letzte Etappe der Fahrt führte uns dann durch die Schleuse Steinhavel, den Röblinsee, die Wasserstadt Fürstenberg, die Havel, Himmelpfort (bekannt durch den Briefkasten des Weihnachtsmanns) und den Großen Lychensee bis nach Lychen, dem Ziel unserer Fahrt.

 

Euer Andreas