Die Wanderfahrt 2014 - Elbe

Wie jedes Jahr machten die Wanderfahrer der Wanderfalken auch in diesem Jahr wieder eine einwöchige Gepäckfahrt. Ins diesem Jahr ging es vom 23. bis 31. August auf der Elbe von Magdeburg bis Lauenburg, in Flusskilometern von 322 bis 570, mit Nebenstrecken also 265 Kilometer.

 

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In Magdeburg trafen wir uns am Bootshaus des SC Lokomotive Magdeburg mit Andreas und Hermann, die bereits eine Woche zuvor in Königsstein im Elbsandsteingebirge gestartet waren und so insgesamt 2 Wochen die Elbe entlang paddeln konnten. Dank Niedrigwasser auf dem alten Elbarm kamen wir erst nach einiger Schlickrutscherei an das Wasser, die Wassersportler an der alte Elbe hatten zum Glück ein paar Kanäle gegraben und mit Stangen markiert, so das wir die Boote im Wasser bis an den Hauptstrom staksen konnten.

 

Auf einer schönen Schwallstrecke dank des Magdeburger Domfelsen, der teilweise aus der Wasser rakte, ging es an Magdeburg mit dem Dom und der Altstadt vorbei, später war zur linken die Neustadt mit dem Hafen. Nachdem wir unter den Brücken der A2 und des Mittellandkanals hindurch gefahren waren wurden die menschlichen Spuren weniger, der Fluss breiter.
Nachmittags kamen wir im kleinen Ort Rogätz an, konnten dort auf dem frischen gemähten Fußballfeld des Kanuvereins zelten, die Pferde nebenan freuten sich auch über den Besuch. Das Bootshaus dort ist immer eine Reise wert, von drinnen hat man dank grosser Fensterfläche einen weiten Blick über die Flusslandschaft.


Am nächsten Morgen ging es weiter nach Tangermünde. Dort waren wir eigentlich bei den Kanuten angemeldet und wurden schon am Steg direkt begrüßt. Später merkten wir, das wir bei den Ruderern Quartier bezogen hatten, diese sind wohl sehr geschäftstüchtig. Einige konnten auch im Bootshaus übernachten, das sparte den Zeltauf- und abbau. Von der Terrasse des Bootshauses hat man einen sehr schönen Blick auf die Altstadt. Diese lud uns am Abend zu einem Bummel ein, nur schade, das wir in den Booten nicht viel mitnehmen konnten.

 

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Dienstag paddelten wir bis Mittags zum schönen Städtchen Arneburg. Nach dem Aufstieg auf den Burgfelsen, der gut 50m über die Elbe ragt, hat man einen wunderbaren Blick über die Elblandschaft, sahen im Süden die Kurven des Flusses, die wir schon gepaddelt waren und im Norden die Kurven, die noch vor uns lagen. Allen sehr gut gefallen hat die kleine, bescheiden eingerichete Kirche mit dem umso opulenteren Barockaltar. Der Ort strahlte eine erholsame Ruhe aus und gut gestärkt fuhren wir am Nachmittag bis Havelberg. Eigentlich wären wir gerne auch noch am schönen Sandstrand liegen geblieben, aber wir hatten ja noch ein paar Kilometer zu paddeln.


In Havelberg kamen wir nach ein paar Kilometern auf der Havel am Abend beim Havelberger Wassersportverein an, gingen noch kurz in den Ort, aber es war auch schon dunkel und nicht mehr so viel zu sehen.

 

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Die nächste Etappe führte uns im prallen Sonnenschein bis zum europäischen Storchendorf Rühstädt in der Prignitz. Die Störche waren zwar einige Tage zuvor schon gen Afrika ausgeflogen, aber der Ort ist auch so sehr sehenswert, hat sich mit den Störchen seine eigene kleine touristische Nische erschlossen. Nach Sanddorn-Eis und Kaffee ging es weiter bis Wittenberge, wo wir am Yachthafen campen konnten.


Am Donnerstag hatten wir dann die längste Tagesetappe vor uns, 50 km bis nach Dömitz, wo wir auch noch ein Stück die Elde hinauf paddeln konnten. Tagsüber luden uns die kleinen Buhnen mit den schönen weißen Sandstränden zur Rast und teilweise auch zum Baden ein, beim heißen Sommerwetter eine schöne Abkühlung. Allerdings musste wir auch erstmal Buhnen finden, die nicht von den Heerscharen an Graugänsen und Möven bereits belegt waren.

DSC 8119Auf der ganzen Tour haben wir sehr viele Tiere sehen können, Massen an Kormoranen und Graureihern, aber auch sehr viele Greifvögel. Sicher bestimmen konnten wir mehrfach Seeadler, Rot- und Schwarzmilane. Aber  auch einen Silberreiher und eine Gruppe Schwarzstörche konnten wir beobachten.
Bei der Abfahrt in Dömitz hatte uns dann der Regengott Gesellschaft geleistet, da mußten die Paddeljacken doch noch genutzt werden. Nach der Mittagsrast in Hitzacker war aber wieder herrlicher Sonnenschein und wir konnten abends am Campingplatz Klein-Kühren Rehbratwurst aus eigener Jagd und Produktion des Hauses genießen.


Die letzte Etappe führte uns von Klein-Kühren bis nach Lauenburg. Eigentlich wollten wir in  Boizenburg noch eine Pause einlegen, waren einige Kilometer die Boize hochgepaddelt, aber der Ort ist leider nicht für Paddler eingerichtet, keine Ausstiegsmöglichkeit. So mußten wir halt wieder umkehren, konnten aber auf einer Sandbank schön Rast machen. Am Ziel kamen wir im Bootshaus der Rudergesellschaft Lauenburg unter, da das Wetter inzwischen zu Starkregen überging, war es uns natürlich sehr lieb, das wir nicht mehr die Zelte aufbauen mussten.
Sonntag ging es dann mit Auto und Hänger bzw. mit der Bahn zurück nach Essen.
Eine sehr schöne Tour, die wir vielleicht in 3 Jahren mit etwas anderem Start und Ziel wieder fahren sollten, denn in der Lutherstadt Wittenberg wird jetzt schon fleißig für 2017, den 500. Jahrestag der Reformation, gebaut. Dann sollten wir dort auch wieder vorbei paddeln.

 

Euer Andreas