56. Int. Woche des Kanusports in Norden.

Die Wanderfahrer des KGW hat es auch in diesem Jahr wieder nach Ostfriesland zur 56. Internationalen Woche des Kanusports gezogen. Die ist für uns Binnenland-Paddler ja die beste Gelegenheit, mal auf der Nordsee unterwegs zu sein.

 

Um auf der offenen See oder (genau genommen) im Wattenmeer zu paddeln, muss allerdings das Wetter mitspielen. Sprich es darf nicht zu windig und der Wellengang auch nicht zu hoch sein. Die letzten 2 Jahre war uns die Witterung nicht hold, daher waren wir umso mehr gespannt, ob die geplanten Fahrten zu den ostfriesischen Inseln stattfinden würden.

 

Und siehe da, Freitag hatten wir Glück, für morgens war kein und abends ein bißchen Wind angesagt, so konnten wir die Tour nach Baltrum starten.

Start war tidenbedingt schon um 7 Uhr morgens, nach kurzer Begrüßung aller Teilnehmer durch den WSV Norden fuhren wir mit den Autos zum Hafen von Neßmersiel, um dort die Boots einzusetzen. Bei 75 Booten dauerte dies ein bißchen, aber schlußendlich konnten wir mit der Strömung der ablaufenden Flut starten. Die Insel Baltrum war deutlich zu sehen, allerdings fuhren wir nicht den direkten Weg (da hätten wir ganz schnell auf dem Watt festgesessen) sondern folgten dem Begleitboot durch die Fahrrinne. Netterweise führte diese an den Sandbänken der Seehunde vorbei und für die possierlichen und neugierigen Tiere waren wir Paddler sehr interessant. Etliche Tiere kamen zu uns herüber, um uns näher zu "beschnuppern". Ein Seehund tauchte sogar mitten in unserem Pulk auf und unter um gleich beim mächsten Boot wieder auf und unter zu tauchen. Solche Naturerlebnisse machen immer wieder die Schönheit und den Reiz des Paddelns in der Natur aus, das Gefühl, ein Teil des Ganzen zu sein.

 

BaltrumBoote

 

BaltrumStrand

 

Angelandet am Morgen war die Rückfahrt für 14 Uhr geplant, für ca. 12 Uhr war Ebbe angesagt, so dass wir nachmittags mit der auflaufenden Flut zurückfahren konnten. Die Zeit nutzen die Wanderfalken für einen kleinen Bummel mit Frühstück durch den Ort und für eine Wanderung um die ganze Insel. Im Norden entlang des Strandes, im Süden durch die Heidelandschaft der Insel.

 

Wieder bei den Booten angekommen konnten wir diese fertig machen, das immer näher kommende Meer anschauen, uns in die Boote setzen, warten und uns fragen: "Wann kommt die Flut, die mich mit fort nimmt?". 
Die Flut nahm uns vom Strand direkt mit aufs Wasser, diesmal mit ordentlich Wellen, ein wenig Gischt, also dem richtigen Gefühl der offenen See.

 

Am Samstag gab es leider keine Nordseetour, da Gewitter und orkanartige Böen vorhergesagt waren. So machten wir wieder eine Binnentour von Hinte (bei Emden) bis zum Großen Meer (ein See mit geschätzt 1 Meter Wassertiefe, dadurch aber ordentlichem Wellengang). Das Gewitter konnten wir bei der Mittagspause an uns vorbei ziehen lassen, die kurzen starken Regenschauer schauten wir uns geschützt unter Brücken an. Am Nachmittag wurde der Wind zum Sturm, zurück am Zeltplatz beim WSV Norden sagten sich die Zelter aber zurecht: "letztes Jahr beim Sicherheits-Training der Salzwasser-Union am Rursee in der Eifel war's schlimmer."

 

Abends am Samstag war die "Siegerehrung", traditionell wurden einige Teilnehmer geehrt. Die Wanderfalken glänzten dabei durch die 45. Teilnahme von Marlies Schepers (an der 56. Int. Woche des Kanusports!) und den 3. Platz bei den Vereinen mit den meisten Teilnehmern.

 

Paddelstation

 

Sonntags ließ der Sturm nach, aber auf der Nordsee war immer noch hoher Wellengang, so daß wieder die Binnentour gestartet wurde. Diese ging vom Bootshaus des WSV nach Osten, durch Norden das Norder Tief entlang bis zum Blandorfer Tief. Der Regen des letzten Tages ließ uns sogar ein paar Abschnitte befahren, die sonst trocken liegen.

 

Fazit: Auch dieses mal wieder ein liebevoll organsisiertes Paddel-Event, bei dem sich alle Teilnehmer schon auf das nächste Jahr freuen.

 

Euer Andreas