Auf der Spree 2008

 

Nach Stromfahrten auf Elbe und Donau in den letzten Jahren hatten sich 10 Wanderfalken und ein Gast diesmal für ihre Gepäckfahrt ein nicht schiffbares Gewässer ausgesucht: die Spree von Cottbus nach Berlin „Nicht paddelbar“ wäre für die ersten 29 km wohl noch treffender gewesen.Diese erste Strecke bis Burg mit etlichen unbefahrbaren Schwällen und Hindernissen in teils unwegsamen Gelände und noch dazu bei Regen wurde trotzdem zurückgelegt - glücklicherweise noch ohne Gepäck, denn das war in der Jugendherberge zurückgeblieben. „Begrenzt paddelbar“ war der Abschnitt am folgenden Tag, einem warmen, sonnigen Sonntag, wegen des Andranges auf dem Wasser in und um Lübbenau im Herzen des Oberen Spreewaldes.
Üppige Natur drängt hier an den Fluss, idyllische Häuschen, bunte Gärten und einladende Wirtschaften erfreuen den vorbeifahrenden Betrachter und man versteht, was die Menschen hierher zieht. Und Gurken natürlich: am Ufer zum Verkauf im Glas und aus dem Fass, als -suppe, -gemüse, -salat auf der Speisekarte, sogar eine Gurkenkönigin führt hier das Regiment. Bei Dunkelheit nach Lübben, da wurde allerdings Angst greifbar, dass man hier in Flüsschen und Kanälchen sehr wohl auch verloren gehen könnte! 


Dann aber wurde es wirklich beschaulich: auf klarem Wasser kilometerweit und kurvenreich durch herrliche Mischwald und zwischen üppig bunten Ufern; keine Straße oder Eisenbahn, selten ein menschliches Anwesen, einsame kleine Schleusen als Aufforderung zur Rast. Reiher voraus begleiten die Gruppe, Milane begutachten sie von oben, Störche gehen auf Wiesen links und rechts ihrem Geschäft nach, Fische springen aus dem Wasser und lassen vermuten, dass hier auch die Angler ihre Freude haben.
Später dann auf Berlin zu über einige Seen weitet sich der Blick gele-gentlich. Freizeit-Motorschifffahrt setzt ein, aber selbst auf einem Stück Oder-Spree-Kanal fällt sie kaum ins Gewicht. Bedeutsamer für das Vorankommen ist schon, dass es über weite Strecken so gut wie keine Strömung gibt und jeder Meter wirklich „erarbeitet“ sein will, bei Etappen bis zu 45 km/Tag und Temperaturen bis 35 Grad keine Kleinigkeit. Schließlich –  schon am Rande der Stadt – erweist sich der Müggelsee mit kräftigem Gegenwind und heftig bewegtem Wasser doch noch als paddlerische Herausforderung. Und nach „Neu-Venedig“ wie durch ein Schaufenster endet die Fahrt im schon eher industriellen Ambiente von Köpenick.